Von mir gibt es auch mal wieder etwas neues, man hätte ja schon vermuten können ich wäre untergegangen vor Arbeit oder ähnlichem.
Mittlerweile hat bei mir die Strafrechtsstation angefangen und auch den ersten Sitzungsdienst habe ich bereits hinter mir. Der Einführungskurs zu Anfang der Station hat uns in aller Schnelle durch die Grundzüge geführt. Meines Erachtens nach war der Kurs manchmal ein wenig zu schnell. Aber anscheinend wurde er mittlerweile auf 4 Tage heruntergekürzt weswegen es wohl eine Erforderlichkeit darstellt. Zusammen mit dem E-Lan Programm des Landes Baden-Württemberg hat man aber doch das (am meisten) relevante aber bereits am Anfang gesagt bekommen und war so nicht gänzlich unvorbereitet im Plädierkurs. Dort wurden dann einige Sachen noch ein Mal wiederholt. Dann gab es im Rahmen des Plädierkurses bereits den ersten Auftritt vor Gericht. Dieser war für die Meisten jedoch relativ ernüchternd, Angeklagte kamen nicht oder haben ihren Einspruch zurückgezogen oder Verhandlungen sind ausgefallen.
Mein erster Sitzungsdienst verlief auch relativ unspektakulär. Ich kann da auch nur wiederholen was uns die ganze Zeit gesagt wurde, die Richter helfen einem schon sehr. Sie waren auch mal selbst in der Situation und stehen daher immer helfend zur Seite bzw. leiten die Verhandlung schon dementsprechend, dass nichts schiefgehen kann. Exemplarisch ein Zitat als der Angeklagte nicht kam: „Wenn der Angeklagte in 5 Minuten nicht kommt müssen wir was machen. Herr Staatsanwalt, sie können sich ja schon ein Mal den 230 StPO anschauen.“
Insofern muss man wirklich vor dem Sitzungsdienst keine Angst haben, im Gegenteil; je nach Verlauf der Verhandlung kann es sogar sehr witzig werden (Salesch‘ Verhältnisse im Gerichtssaal lassen grüßen). Interessant sind die meisten Fälle auch, weil man doch durchaus einen Blick in das wahre Leben bekommt. So klischeehaft wie das auch klingen mag….