Ein bisschen ist es zwar noch hin (meine Examensvorbereitung beginnt erst so richtig mit der Tauchzeit im Juli), aber dennoch wollte ich mal grob berichten, wie ich meine Vorbereitung auf die Klausuren im 2. Staatsexamen gestalten werde.
Ob es von Erfolg gekrönt ist erfahrt ihr dann allerdings erst im Frühjahr 2014 – da bekomme ich die Ergebnisse der schriftlichen Klausuren. 😉
Nachdem man im Referendariat bereits mit vielen Büchern, u.a. Anders/Gehle, Knörringer, Oberheim etc. in Berührung gekommen ist, muss ich für mich gestehen, dass ich in alle zwar mal kurz reingeguckt, aber keines davon wirklich gelesen und durchgearbeitet habe. Ich habe mir schon relativ früh die Kaiser-Skripte bestellt, nachdem ich mich bei Bekannten umgehört und mir in der Buchhandlung einen eigenen Eindruck verschafft habe. Ich bin für mich zu dem Entschluss gekommen, dass sie für das 2. Examen auch völlig ausreichend sind (auch das muss man immerhin erstmal alles gelesen haben). So stehen also die Kaiser-Skripte schön in meinem Regal…und da stehen sie auch gut *g*…ich habe zwar mal ab und an einige Passagen nachgelesen, aber richtig durchgearbeitet habe ich noch keines der Skripte. Ab Juli werden sie dann auch mal intensiv durchgearbeitet und auch das materielle Recht wollte ich nochmal überblicksartig – anhand meiner Karteikarten vom 1. Examen – wiederholen. Parallel dazu werde ich versuchen mir so viele Klausurkonstellationen wie möglich anzugucken und auch noch einige Klausuren auszuformulieren, um eine größere Sicherheit was den Aufbau und die Formalien angeht zu kriegen und überflüssige Fehler möglichst zu vermeiden. Alles in allem gehe ich das Ganze (noch) sehr gelassen an. Ich merke jedenfalls, dass ich deutlich(!) entspannter bin als vor dem 1. Examen. Wohl auch, weil ich im Hinterkopf habe: „was soll schon passieren? Durchfallen wirst du schon nicht und immerhin ist es jetzt nicht mehr wie am Ende des Studiums, dass xyz-Jahre umsonst waren wenn man durch das Examen fällt. Man steht immerhin nicht mit komplett leeren Händen da.“ Aber auch meine Nervosität wird sicherlich mit dem näher rückenden Examenstermin steigen…momentan bin ich aber eigentlich ganz glücklich, dass ich noch nicht den Hauch einer Panik verspüre. Wenn man der Bibliothek (die ich tunlichst schon seit Studienzeiten meide so gut es nur geht) allerdings mal einen Besuch abstattet, sieht man aber auch das totale Gegenteil: teilweise doch sehr panische Referendare die mit einem Haufen Bücher/Kommentare vor sich sitzen – obwohl sie teilweise erst Anfang nächsten Jahres Examen schreiben. Ich dachte letztens erst, es handelt sich um Studenten die für eine Hausarbeit recherchieren, aber nein: tatsächlich Referendare, die sich teilweise jetzt schon verrückt machen – und zwar für das Examen. :-O
Da mir bewusst ist, dass ab Juli eine Menge Arbeit auf mich zukommen wird, hoffe ich inständig (und all diejenigen, die den Sommer über nicht lernen müssen mögen mir jetzt verzeihen 😉 ), dass der Sommer nicht allzu warm und schön wird (gut…bei dem aktuellen Wetter besteht diese Sorge momentan ja eher weniger 😀 ). Denn ansonsten könnte es sein, dass ich meine Lerneinheiten auf die Wiese verlege…und dort nach kurzer Zeit eindöse. 😉
Neben dem Durcharbeiten der Skripte/Fälle, habe ich auch eine Zeitschrift abonniert: die RÜ von Alpmann-Schmidt. Ob man nun die RÜ, Life&Law, JuS oder eine der zig anderen Zeitschriften abonniert ist m.E. völlig egal. Die Rechtsprechung ab ca. 1,5-2 Jahre vor seinem Examenstermin zu verfolgen und wichtige Entscheidungen mal gehört zu haben, kann sicher nicht schaden. Mit „Rechtsprechung verfolgen“ meine ich nun aber nicht, alle Entscheidungen einer Zeitschrift komplett zu lesen oder gar zu versuchen, diese auswendig zu lernen und sich diese im Detail zu merken (die Klausurkonstellationen sind sowieso immer etwas abgewandelt und alles kann man sich eh nicht merken). 😉 Es geht mehr darum, nochmal einen Überblick über grundlegende Änderungen/Entscheidungen der Rechtsprechung zu bekommen und die Argumente hierfür nachzuvollziehen. Ich habe mich für die RÜ entschieden, weil ich sie damals auch für das 1. Examen schon bezogen habe und sehr zufrieden war. Ich finde sie von der Darstellung und der Aktualität einfach ansprechend und konnte sie daher auch gut lesen. Für meinen Examenstermin (Oktober 2013) werde ich mir dann die Rechtsprechung von Ende 2011/Anfang 2012 bis Mitte 2013 nochmal etwas genauer angucken. Das wird dann quasi meine neue „Abendlektüre“. 😉
Da ich während des Referendariats kein Repetitorium besucht habe, werde ich im Sommer für alle drei Rechtsgebiete noch jeweils einen Crashkurs belegen. Das sind dann also 3 Wochenenden die „juristisch verplant“ sind. 😉 Ob ein Repetitorium/Crashkurs für das 2. Examen überhaupt nötig ist sei dahingestellt. Mir gibt es aber ein gewisses Gefühl von Sicherheit ggf. nochmal Fragen loswerden zu können oder zu merken, dass ich etwas bisher immer völlig falsch verstanden habe (gerade weil die meisten Arbeitsgemeinschaften nicht der Hit waren und die Skripte sollte ich bis dahin soweit auch (fast) durchgearbeitet haben) – und wenn ich dann im Crashkurs sitze und denke sollte „Jup, kannst du…jup, zwar nicht mehr auf dem Schirm gehabt aber schonmal gehört….jup, leuchtet ein“, dann ist ja alles gut. 😀
Totlernen werde ich mich in meiner Examensvorbereitungszeit allerdings sicherlich nicht (es sei denn meine Anspannung wächst und ich bekomme doch noch Panik). Ich wollte es ähnlich halten wie mit der Vorbereitung für das 1. Examen, d.h.: Montags bis Freitags mit Pausen insgesamt 6 Std netto lernen. Wochenende frei (man hat ja auch noch ein Leben abseits von Jura 😉 ). Damit bin ich damals sehr gut gefahren, denn mehr als 6 Std netto (d.h. z.B. Vormittags von 9-12h, dann 1-2 Std Pause und dann nochmal 3 Std von 14-17h) bringen mir persönlich auch einfach nichts. Ich muss die Informationen auch verdauen und mein Gehirn nimmt ab einer gewissen Zeit auch nichts mehr auf. Ich könnte mich natürlich auch von 8-18h hinsetzen: ich finde das allerdings eher kontraproduktiv. Dann lieber weniger, aber dafür effektiver. Da ich, wie bereits angemerkt, kein Bib-Typ bin, wird meine Examensvorbereitung auch zuhause stattfinden. Ich habe dort weniger Ablenkung (insbesondere fallen die Kaffeepausen weg 😉 ) und komme so auch besser voran. Wenn ich an die Vorbereitung für das 1. Examen zurückdenke, so weiß ich noch, dass das Lernen zwar sehr anstrengend, ich aber am Ende des Tages nur seelisch ausgelaugt war – aber gerade nicht körperlich (man saß ja eigentlich nur auf seinem Stuhl – abgesehen vom Gang zur Toilette und um was zu essen). Ich hatte damals oft Probleme einzuschlafen, da mein Körper einfach nicht „erschöpft“ war. Sport half mir dann ungemein und es tat richtig gut, sich am Ende des Tages körperlich noch richtig auszupowern. Das muss auch nicht bis zur völligen Erschöpfung sein. Auch ein langer Spaziergang reicht da manchmal völlig aus – hauptsache man kommt nochmal raus, kriegt etwas Bewegung und frische Luft. Mir hat es damals jedenfalls sehr geholfen und so werde ich zusehen, auch in der kommenden Examensvorbereitung an einigen Tagen noch ein bisschen sportliche Betätigung als Ausgleich fest einzuplanen. 🙂 Und wenn es zeitlich alles so hinhaut wie für das 1. Examen und wie ich mir das hier gerade schön ausmale, so kann ich den Abend auch noch nutzen, um ab und an noch Freunde/Bekannte zu treffen und bin dann auch unter der Woche nicht komplett mit meinen Gesetzen abgeschottet von der Außenwelt. 😉
In der Anwaltsstation läuft ansonsten alles wie gehabt, aber mangels spannender neuer Erlebnisse halt auch genauso, wie schon die letzten Monate: 3 Tage/Woche bin ich in der Kanzlei, einen Tag/Woche gehe ich brav zur AG. Beides läuft von Woche zu Woche identisch ab und neigt sich insgesamt so langsam dem Ende zu.
Was die Wahlstation angeht: Der Flug ist gebucht und die Bestätigung der Unterkunft sollte auch in den kommenden Tagen per E-Mail eintreffen. Somit gilt es nur noch, sich um eine Auslandsreisekrankenversicherung zu kümmern, sowie zu gegebener Zeit das Visum und die nötigen Reise-Impfungen zu besorgen. Einen Termin für die Impfungen habe ich letztens vereinbart. Es wird aber wahrscheinlich mehr als ein Termin nötig sein, da ich wohl 4-5 verschiedene Impfstoffe benötige und diese nicht alle direkt an einem Termin verabreicht werden können.
Ich wünsche euch noch eine schöne letzte Maiwoche. 🙂
Emily*